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Militärischer Such- und Rettungsdienst – rund um die Uhr hellwach

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch und telefoniert
Bring Licht ins Dunkel: Hauptfeldwebel Rene Ulrich trägt konzentriert die Fakten zum möglichen Unglücksfall zusammen. (Quelle: Bundeswehr/Guido Ritter)Größere Abbildung anzeigen
Münster, 17.09.2015.

Ein schrilles Telefonklingeln zerreißt die Ruhe im Raum. Konzentriert wertet Hauptfeldwebel Rene Ulrich die übermittelten Daten aus: Ein privates Kleinflugzeug sollte längst am Dresdner Zielflughafen gelandet sein. Die Landung ist über eine halbe Stunde überfällig und das Flugzeug unauffindbar. Seit 20 Jahren gehören solche Notfälle zum Tagesgeschäft von Hauptfeldwebel Ulrich. Er leistet seinen Dienst in der Leitstelle des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr in Münster.

Aus dem Flugplan, der vermissten Maschine, gehen die Kontaktdaten von Pilot und Heimatflughafen hervor. Beide Anrufe bringen keinen Erfolg. Was ist nur mit dem Flugzeug passiert? Ulrich recherchiert weiter. Polizeidienststellen werden angerufen. Auf dem Radarschirm der Flugsicherung ist das Flugzeug nicht mehr, seit es südlich von Berlin verschwand. Ein Notfall wird wahrscheinlicher. Nun gilt es zu handeln! Über Funk alarmiert der Schichtleiter, Hauptmann Oliver Mayhak, die SAR (Search and Rescue) – Bereitschaft im Brandenburgischen Holzdorf. Binnen weniger Minuten ist der Heereshelikopter Bell UH-1D in der Luft. Der Pilot steuert schnellstmöglich zum letzten bekannten Punkt der Flugroute des vermissten Flugzeugs. Kreisend sucht die erfahrene Crew die Landschaft entlang der beabsichtigten Flugroute ab.

Inzwischen meldete ein aufmerksamer Bürger der Polizei ein seltsam stotterndes Flugzeug nahe einer Waldlichtung. Über Funk erhält die Hubschrauberbesatzung aktuelle Informationen. Großräumig fliegt der Rettungshubschrauber das fragliche Waldstück ab. Endlich die Meldung: „Habe blau-weißes Kleinflugzeug auf Anhöhe 300 gesichtet. Keine sichtbaren Schäden.“ Offenbar wurde eine Notlandung wegen Motorschadens nötig. Beide Insassen der Maschine sind leicht verletzt, stehen aber unter Schock und konnten keinen Notruf tätigen.

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Das Rescue Coordination Centre (RCC)

Ein Soldat sitz am Schreibtisch und blickt auf einen Bildschirm
Moderne Ausstattung im RCC hilft, immer den nötigen Überblick zu behalten (Quelle: Bundeswehr/Guido Ritter)Größere Abbildung anzeigen

Solche Notfälle, verunglückte Bergwanderer, Notfallpatiententransport oder Notsignale von Hubschraubern und Flugzeugen gehören zum Tagesgeschäft der Leitstelle des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr: dem Rescue Coordination Centre (RCC) in Münster. Hauptfeldwebel Ulrich ist seit 20 Jahren beim RCC. Routine oder Langeweile habe er aber noch nie erlebt: „Für mich ist es sehr motivierend, dass ich Menschen in Not helfen kann. Kein Tag ist wie der andere.“ Vorrangig sind die Rettungsflieger des Heeres zwar zur Rettung verunglückter Militärpiloten oder anderer Soldaten der Bundeswehr oder Alliierter auf deutschem Hoheitsgebiet gedacht. Sofern keine militärischen Aufträge vorliegen, übernimmt das RCC aber auch Missionen zur Unterstützung ziviler Rettungsdienste, wenn diese nicht verfügbar sind oder beispielsweise nachts nicht fliegen können.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ist das RCC darüber hinaus Teil des nationalen zivilen Such- und Rettungsdienstes (ICAO), der aufgrund einer Vereinbarung der Vereinten Nationen bereitzustellen ist.

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Die Rettungsflieger der Division Schnelle Kräfte

Die Bell UH-1D im Schwebflug
Nach wie vor zuverlässig: Bell UH-1D als SAR-Hubschrauber (Quelle: Bundeswehr/Guido Ritter)Größere Abbildung anzeigen

Die Heeresfliegerkräfte gehören zur Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf. „Das ganze Jahr über, Tag und Nacht gewährleisten wir die Erreichbarkeit bei Notfällen im gesamten Festlandsgebiet Deutschlands. Überdies treffen hier alle Notrufe von deutschen Luftfahrzeugen und Schiffen weltweit ein“, erklärt der Dienststellenleiter, Oberstleutnant Achim Rösen. An den drei Standorten Holzdorf, Nörvenich und Landsberg stehen derzeit noch die bewährten Hubschrauber Bell UH-1D ununterbrochen bereit. Doch die Tage der „guten alten Bell“ sind laut Rösen gezählt. „Wir erwarten in nächster Zeit die Entscheidung für ein geeignetes Nachfolgemodell, um auch nach 2017 mit höchster Zuverlässigkeit unseren Auftrag erfüllen zu können.“

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Stand vom: 27.11.17 | Autor: Kieron Kleinert


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