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SAR: Immer einsatzbereit – über Land und See

Seit Jahrzehnten bewährt: Die Bell UH-1D ist das „Arbeitstier“ des SAR über Land.

Seit Jahrzehnten bewährt: Die Bell UH-1D ist das „Arbeitstier“ des SAR über Land. (Quelle Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Niederstetten, 06.11.2017.
Der Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr hilft allen Menschen in Not – nicht nur Soldaten. Die meist mit SAR (Search and Rescue) gekennzeichneten Hubschrauber sind über Nord- und Ostsee ebenso im Einsatz wie im Hochgebirge.

„Sie sind die Taxis für die Luftretter“, beschreibt Major Michael Wagner salopp die Funktion der Hubschrauber des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr „Search and Rescue“, kurz SAR. Der 42-Jährige ist Staffelkapitän der 7. Staffel im Transporthubschrauberregiments 30 der Heeresflieger in Niederstetten, die „SAR Land“ zugeordnet ist.

SAR ist nicht MedEvac

Hoch hinaus: Auch im Gebirge retten die SAR-Flieger Leben.

Hoch hinaus: Auch im Gebirge retten die SAR-Flieger Leben. (Quelle: Bundeswehr/Zäch)Größere Abbildung anzeigen

„Der SAR-Auftrag ruht auf vier Säulen“, erklärt Wagner. Die erste Säule beinhaltet die Unterstützung der eigenen und verbündeten Streitkräfte, etwa bei NATO-Einsätzen. „Da transportieren wir Heeresflieger beispielsweise Soldaten zu Krankenhäusern, die im Auslandseinsatz verwundet und in die Heimat zurückverlegt worden sind. Mit den speziell ausgerüsteten SAR-Hubschraubern für die Bergrettung holen wir auch verunfallte Gebirgsjäger aus dem alpinen Bereich. Die Medical Evacuation, abgekürzt MedEvac, ist allerdings nicht unser Auftrag, wie aber oft fälschlicherweise angenommen wird“, betont Wagner.

SAR Land fliegt nur innerhalb Deutschlands. Ein Einsatz in Mali beispielsweise wäre für die fliegenden Besatzungen absolut freiwillig und ist auch außerhalb der eigentlichen SAR-Verwendung grundsätzlich nicht vorgesehen.

Über Land und See

Säule zwei ist die Hilfeleistung für alle in Not geratenen Luftfahrzeuge, unabhängig von ihrer Nationalität, als Teil des deutschen Such- und Rettungsdienstes. So hilft SAR nach den Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, kurz ICAO, zum Beispiel bei der Ortung von abgestürzten zivilen Luftfahrzeugen und der Erstversorgung ihrer Besatzung und Fluggäste.

„In der dritten Säule unterstützt SAR vom Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz den Seenotrettungsdienst in den Seegebieten vor der deutschen Nord- und Ostseeküste, wenn etwa ein Wasserfahrzeug vermisst wird oder sich in einer Notlage befindet“, so der Major weiter. Alle Hubschrauber haben als besondere Ausrüstung permanent eine Rettungswinde.

Unterstützung des zivilen Rettungsdienstes

Über See: Die Marine setzt den Sea King im Rettungsdienst ein.

Über See: Die Marine setzt den Sea King im Rettungsdienst ein. (Quelle: Bundeswehr/Back)Größere Abbildung anzeigen

„Die dringende Eilhilfe, die Säule vier, ist eine Art Amtshilfe für den zivilen Rettungsdienst. Die leisten wir nur, wenn kein ziviler Hubschrauber der Luftrettung zur Verfügung steht, und bei der Rettungsleitstelle in Münster unsere Unterstützung durch die zivilen Leitstellen angefordert worden ist“, erläutert der Staffelkapitän. Dabei kann es sich um einen Verkehrsunfall oder Schlaganfall, aber auch um ein an sich „schönes Ereignis“ wie eine Hausgeburt handeln.

Da fliegt SAR nicht selten nachts auch von Krankenhaus zu Krankenhaus. Dringende Eilhilfe leistet SAR am häufigsten: Weit mehr als die Hälfte aller Aufträge fallen in diese Kategorie. „Diese Flüge trainieren die Besatzungen aber auch für ihren Hauptauftrag, die Hilfeleistung“, sagt der Staffelkapitän abschließend.

Teamgeist und Geduld

Wer zum Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr will, sollte Teamgeist mitbringen und Menschen helfen wollen. An den Nerven zerren schon mal die Wartezeiten während der Bereitschaftswochen, die man aushalten muss. Und nicht jeder ist dem Anblick Schwerstverletzter oder dem Geruch von Brandopfern gewachsen.

Das gesamte SAR-Team ist hochmotiviert und lebt sein Motto „Wir sind da. Immer!“ Und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. „Die Sieben steht bei uns ja schon drin“, verweist Wagner augenzwinkernd auf die Nummer seiner Staffel.


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Stand vom: 28.11.17 | Autor: Gabriele Vietze


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